Jugendengagement und Umweltbildung

Foto: STUDIO MOMENTO

Jugendengagement und Umweltbildung

  • Unser Ziel

    Jugendliche rund um das Schutzgebiet Nam Tien in der Provinz Xayabury, Laos, befähigen, aktiv Verantwortung für ihre natürliche Umwelt zu übernehmen – durch Lehrpersonenfortbildung, gemeinschaftsbasierte Forschungsprojekte und schulische Programme zu Biodiversität, Klimaanpassung sowie nachhaltigem Umgang mit Land und natürlichen Ressourcen.

  • Zahlen

    Das Projekt wurde am 1. Januar 2024 gestartet und ist derzeit in Arbeit.

Zusammenfassung

Die langfristige Zukunft des Nam Tien Provincial Protection Forest hängt wesentlich vom Umweltwissen und den Alltagspraktiken der umliegenden Gemeinschaften ab. Da rund 60 Prozent der laotischen Bevölkerung unter 25 Jahre alt sind, kommt jungen Menschen dabei eine besondere Rolle zu. Hub Südostasien arbeitet mit dem lokalen Bildungsbüro, dem Northern Agriculture and Forestry College (Luang Prabang), Umweltbildungsfachleuten der Field Alliance (Thailand) sowie dem Elephant Conservation Center (ECC) zusammen, um an Schulen rund um Nam Tien ein dauerhaftes Fundament für ökologisches Verantwortungsbewusstsein aufzubauen.

Das Projekt stärkt die Kapazitäten lokaler Lehrpersonen und gibt ihnen das Wissen und die praktischen Mittel an die Hand, um Umweltbildung in ihren Schulen zu verankern. Die Schulungen umfassen Themen wie Biodiversitätsschutz, die Bewirtschaftung von Schulgärten sowie klimakluge Anpassungsstrategien und Risikovorsorge. Parallel zur Curriculumarbeit wurden die schulischen Rahmenbedingungen verbessert: Wasserfilter versorgen 1'316 Schülerinnen, Schüler und 83 Lehrpersonen mit sauberem Trinkwasser; Abfallmanagementsysteme reduzieren die Luftverschmutzung durch offene Verbrennung und schaffen bessere Lernumgebungen.

Praxisorientierte Aktivitäten – darunter Schulbesuche beim nahe gelegenen ECC, wo Schülerinnen und Schüler laotische Elefanten beobachten und mehr über deren Lebensraum erfahren – verbinden das Klassenzimmer mit der gelebten Landschaft. Ziel ist es, das Wissen, das Selbstvertrauen und die Gewohnheiten aufzubauen, die jungen Menschen ermöglichen, langfristig aktiv an der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in ihren Gemeinschaften mitzuwirken.

Wirkung auf einen Blick

  • 1'316 Schülerinnen, Schüler und 83 Lehrpersonen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser.

  • 264 Schülerinnen, Schüler, 39 Lehrpersonen und 75 Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner wurden in Abfallmanagement und Schulgartenbewirtschaftung geschult.

  • 30 Gemeindevorstehende, Lehrpersonen und Eltern absolvierten eine Fortbildung zum Schutz der Biodiversität.

Projektverbindungen

Zeitleiste

  • Kick-off für die Zukunft der Bildung in Nam Tien, Laos

    Projektupdate 28. Februar 2024

    Die abgelegene Provinz Sayaboury in Laos hat einen Rückgang der Waldfläche von 71 Prozent im Jahr 2017 auf 58 Prozent im Jahr 2019 erlebt. Die Landschaft von Nam Tien wird zunehmend von Monokulturen für den Export geprägt, was zu Bodendegradation und nicht nachhaltiger Landnutzung führt. Wissen und Werkzeuge, um alternative Einkommensquellen zu erschliessen und eine nachhaltigere Landwirtschaft zu fördern, sind heute wichtiger denn je. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um Umweltbildung für die kommenden Generationen zu fördern. Und hier setzen wir an.Natur zu schützen und gleichzeitig Lebensgrundlagen zu sichern, ist keine einfache Aufgabe. Der Anfang liegt darin, zusammenzuarbeiten und in die Zukunft zu investieren. Der Hub Südostasien der Wyss Academy startet Umweltbildungsaktivitäten an fünf Schulen in der Provinz Sayaboury, wo grosse Herausforderungen für Gemeinschaften und junge Generationen bevorstehen. In dieser abgelegenen Region arbeiten wir mit Umweltpädagog*innen, Schuldirektor*innen und Lehrer*innen zusammen, um ihre Bedürfnisse zu verstehen und lokale Partner*innen zu vernetzen.Durch die Verbindung des Northern Agriculture and Forestry College (NAFC) in Luang Prabang, Laos, mit den lokalen Schulen in Nam Tien haben wir Primar- und Sekundarlehrpersonen sowie Schüler*innen in Abfallbewirtschaftung, Kompostierung und im Anbau eigener Gemüsegärten geschult. Früher fehlten den Schulen geeignete Einrichtungen für die Abfallbewirtschaftung; der Abfall wurde häufig verbrannt, was die Luft und auch Schüler*innen mit gesundheitsschädlichen Schadstoffen belastete. Heute sortieren Lehrpersonen und Schüler*innen Wertstoffe zum Verkauf und düngen ihre Gemüsegärten mit Kompost aus organischem Abfall.Basierend auf den Bedürfnissen der Lehrpersonen und Schüler*innen hat der Hub Südostasien der Wyss Academy fünf Schulen renoviert, um sichere und förderliche Lernräume für weitere Umweltbildung zu schaffen. So wurden beispielsweise Wasserfilter installiert, um sauberes Trinkwasser bereitzustellen und den Gebrauch von Plastikflaschen zu reduzieren. Das senkt die Kosten für den Kauf von Trinkwasser in Plastikflaschen für Schulen und Eltern und erspart den Kindern das Tragen schwerer Wasserflaschen von zu Hause in die Schule.Dies ist erst der Anfang. Bei unserem letzten Treffen im Juli haben wir gemeinsam mit Lehrpersonen und Schuldirektorinnen einen Plan für die zukünftige Umweltbildung an den Schulen entwickelt. Unsere Umweltpädagoginnen werden mit den Lehrpersonen an Themen wie Biodiversität und Anpassung an den Klimawandel arbeiten. Wir freuen uns, mit den kommenden Generationen zusammenzuarbeiten, um Schulen zu Zentren für Umweltengagement zu machen und zu einem Ort, der für lokale Gemeinschaften Netzwerkmöglichkeiten bietet. Die Zukunft von Nam Tien liegt in den Händen der Kinder.

    Kürzlich installierte Abfallbewirtschaftungsanlage an der Primarschule Non Sawan in Nam Tien, Provinz Sayaboury, Laos | Foto: Chertalay Suwanpanich