Waldgrenzen gemeinsam gestalten – Wissen teilen, Verantwortung übernehmen

Foto: Andreas Heinemann

Waldgrenzen gemeinsam gestalten – Wissen teilen, Verantwortung übernehmen

  • Unser Ziel

    Lokale Behörden, Gemeinschaften und Forschungspartner rund um das Schutzgebiet Nam Tien in der Provinz Xayabury, Laos, zusammenbringen, um gemeinsam eine geteilte Vision zu entwickeln und Pilotprojekte zu gestalten – mit technischen, marktbasierten und pädagogischen Ansätzen, die zur langfristigen Wiederherstellung von Waldlandschaften und zur Schaffung naturverträglicher Lebensgrundlagen für heutige und künftige Generationen beitragen.

  • Zahlen

    Das Projekt wurde am 1. März 2022 gestartet und ist derzeit in Arbeit.

Zusammenfassung

Die Ausweitung des Anbaus von Exportkulturen im Nam Tien Provincial Protection Forest in der Provinz Xayabury, Laos, hat gemischte Folgen gehabt. Viele landwirtschaftliche Haushalte haben wirtschaftlich davon profitiert, doch die ökologischen Kosten sind erheblich: Waldschäden, Rückgang der Biodiversität, wachsende Klimavulnerabilität und gesundheitliche Belastungen für die lokale Bevölkerung. Diese Entwicklungen gefährden auch die langfristige Tragfähigkeit eines einzigartigen Schutzgebiets für Elefanten in Gefangenschaft, das eine zentrale Rolle bei Rewilding-Aktivitäten in der Region spielt.

Der Solutionscape «Ensuring forest stewardship and restoration at cash crop frontiers» sucht nach Wegen, ökologische Nachhaltigkeit und die Verbesserung von Lebensgrundlagen miteinander zu verbinden – nicht als Wahl zwischen zwei Zielen, sondern durch gemeinsam gestaltete Projekte mit den Gemeinschaften und Institutionen, die mit dieser Spannung unmittelbar konfrontiert sind. Das bedeutet: Behörden, Schulen, lokale Gemeinschaften, regionale Investierende, akademische Einrichtungen sowie Fachleute für Umweltgovernance und Wertschöpfungsketten werden in einen gemeinsamen Prozess eingebunden, um ein geteiltes Verständnis der Landschaft zu entwickeln und Prioritäten abzustimmen.

Der Co-Design-Prozess ist dabei das zentrale Instrument. Indem verschiedene Akteure in einem Verfahren zusammengeführt werden, das wissenschaftliche Erkenntnisse mit lokalem Wissen verbindet, sollen Pilotprojekte entstehen, die neue Wege für eine nachhaltige Einkommensgenerierung und einen wirtschaftlich tragfähigen Biodiversitätsschutz eröffnen – und die dazu beitragen, unter den jungen Menschen in Xayabury eine neue Generation von Umweltverantwortlichen heranzubilden.

Projektverbindungen

  • Teil des Themas

    Stewardship

    Stewardship
  • Teil des Themas

    Systemtransformation

    Systemtransformation
  • Teil des Solutionscape

    Laos: Stewardship at Forest Frontiers (DE)

Zeitleiste

  • Co-Design: erste Schritte auf dem Weg zu systemischem Wandel in Nan

    Projektupdate 9. Juli 2026

    Die Provinz Nan liegt im Norden Thailands; ihre nördlichen und östlichen Grenzen verlaufen entlang von Laos. Mehr als die Hälfte der Provinz ist von Wäldern bedeckt, und sie beherbergt sieben Nationalparks. Über ihre reichen Waldlandschaften hinaus ist die Provinz die Quelle des Nan – eines der wichtigsten Flüsse Thailands. Er ist ein bedeutender Zufluss des Chao Phraya, der durch Zentralthailand fliesst und die Wasserversorgung von Millionen Menschen im Tiefland sichert. Bemerkenswerterweise stammen rund 40 % des Wassers im Chao Phraya aus dem Nan. Landesweit sind rund 30 % Thailands bewaldet. Der Norden verfügt über die grössten Waldflächen des Landes: Hier beträgt die Bewaldung etwa 63 %. In der Provinz Nan liegt sie mit 61 % ebenfalls relativ hoch. Gegenüber den 1960er- und 1970er-Jahren ist das jedoch ein deutlicher Rückgang – damals lag die Waldbedeckung offiziellen Angaben zufolge bei rund 85 %. Trotz ihrer wichtigen Rolle für den Schutz von Wäldern, Biodiversität und Wassereinzugsgebieten zählt Nan zu den wirtschaftlich schwächeren Provinzen Thailands. Das Bruttoregionalprodukt pro Kopf liegt bei 86'057 THB (rund 2'615 USD) und damit auf Rang 63 von 77 Provinzen. Begrenzte wirtschaftliche Möglichkeiten und anhaltende Herausforderungen bei der Existenzsicherung setzen die natürlichen Ressourcen unter Druck: Viele Gemeinschaften vor Ort sind für ihr Einkommen stark auf Land- und Waldnutzung angewiesen. 

    Unterwegs in Nam Pua Pattana, einem Bergdorf in den Wäldern des Distrikts Pua, Provinz Nan, Thailand
  • Stakeholder-Netzwerkanalyse des Nam Tien Provincial Protection Forest in Laos

    News 5. März 2025

  • Lässt sich der Trend zur industriellen Landwirtschaft umkehren?

    Projektupdate 5. März 2024

    Als das Nam-Tien-Schutzgebiet in der Provinz Sayaboury gebaut wurde, um die Reisfelder flussabwärts mit Wasser zu versorgen, war die Umgebung von dichtem Wald bedeckt. In diesem Wald lebten zahlreiche seltene Vogel- und Tierarten. Zudem war er eine wichtige Quelle für Früchte, Nüsse, Kräuter und Pilze für die lokale Bevölkerung. 2011 wurde dieser Ort als idealer Standort für das Elephant Conservation Center ausgewählt. Was seither geschehen ist, stellt jedoch eine Bedrohung für die Zukunft dieser ikonischen Tiere und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung dar.In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Landschaft rund um das Nam-Tien-Reservoir drastisch verändert. Hunderte Hektaren wurden gerodet, um Platz zu schaffen für Landwirtschaftliche Flächen. Treiber war hier die Nachfrage ausländischer Investor*innen. Obwohl das Gebiet von der lokalen Regierung als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, stellten Forschende der Wyss Academy 2023 fest, dass die natürliche Vegetation zurückgedrängt wurde. An ihre Stelle waren mit Pestiziden behandelte Bananenplantagen getreten, Melonenfelder mit kilometerlangen Plastikabdeckungen und mehrere Reihen von Maniok auf schnell erodierenden Hängen.Um Lösungen für diese Probleme zu finden, wurden Daten erhoben, Karten erstellt und mehrere Treffen abgehalten. Die verschiedenen Anspruchsgruppen waren sich einig, dass der schleichende Eingriff und die Landnahme gestoppt und der Wald wiederhergestellt werden muss. Der Provinzgouverneur erliess entsprechende Anweisungen und setzte eine Taskforce ein. Das Departement für Landwirtschaft und Wald erhielt die Führungsrolle, während weitere Departemente für Planung, Finanzen, Umwelt und öffentliche Sicherheit ebenfalls in dieses anspruchsvolle Vorhaben eingebunden wurden.